Dieser Beitrag enthält Werbung
Rezension. Kann man den Frühling auch vom sechsten Stock einer Wohnsiedlung aus entdecken? Wie riecht eigentlich Regen? Und hast du schon einmal mit Blumenlimonade auf den Frühling angestoßen?
Mit ihrem Kinderbuch <<Augen auf, der Frühling kommt!>> öffnet Doro Ahlemeyer die Tür zu einer Welt, die wir oft übersehen, obwohl sie direkt vor unserer Nase liegt. Das Motto lautet: hinaus in die Natur und den Blick für die kleinen Wunder des Frühlings schärfen.

Worum geht’s?
Eigentlich würde Oma die Frühlingsfee gerne selbst begrüßen. Doch stattdessen liegt sie mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus. Zum Glück kann sie sich auf ihre fünf Enkel verlassen: Flo, Tove, Nick, Lucy und Milan übernehmen ihren Auftrag. Aber wie findet man jemanden, wenn man gar nicht weiß, wie er oder sie aussieht?
Fünf liebevoll erzählte Geschichten laden dazu ein, den Frühling mit allen Sinnen zu entdecken: tastend, schmeckend, lauschend, staunend und riechend. Zu jedem Kapitel gibt es spannendes Naturwissen, Anregungen für Familienaktivitäten und kleine Experimente zum Mitmachen. Zum Abschluss jedes Kapitels fängt ein passendes Gedicht die Stimmung des Frühlings in poetischen Zeilen ein.

Ein fröhliches Vorlese- und Mitmachbuch für alle, die den Frühling neu entdecken möchten. Die liebevollen Illustrationen von Greta Wagener unterstreichen die warme Atmosphäre der Geschichten und bieten zahlreiche Details zum Entdecken. Erschienen ist das Buch im Verlag Fischer und Sauerländer und als Vorlesebuch empfohlen für Kinder ab 5 Jahre.
7 magische Fragen an Doro Ahlemeyer
Begegnet bin ich Doro Ahlemeyer nicht zwischen Buchseiten, sondern ganz zufällig, am Café-Mobil bei der Verleihung des Vielfalter in Kassel. Ein Preis, der Projekte und Menschen würdigt, die sich für Diversität einsetzen.
Eine Begegnung, die Lust machte, genauer hinzuhören und ein bisschen mehr über die Entstehung der Geschichte zu hören.

![]() | Deine 2 Bücher laden dazu ein, die Welt mit allen Sinnen zu entdecken, zu riechen, zu schmecken und zu staunen. Erinnerst du dich noch an den Impuls, der dich zu diesen Geschichten bewegt hat?Ja. Ich war an einem Maimorgen ganz früh draußen und verzaubert von all den Wundern, die es zu bestaunen gab: Blätter, die sich ganz frisch ihren Weg an die Luft bahnen, Blüten, die sich öffnen, Sonnenstrahlen, die sich im Nebel verfangen. Ich habe verrückte Käfer beobachtet, bin auf alten Eichen herumgeklettert und habe meine Zehenspitze in den Bach gehalten. Diesen Spaß wollte ich nicht für mich behalten. |
![]() | Wenn deine Bücher eine kleine Tür in eine andere Welt öffnet … wohin führt diese Tür?Na, raus! Nach draußen, in die Welt der Bäume, Blumen, Schmetterlinge. Coolerweise ist das aber gar keine ferne Fantasiewelt, sondern wunderbare Wirklichkeit. Wer die Augen und Ohren aufmacht, erlebt direkt vor seiner Haustür die spannendsten Abenteuer. Auch in der Stadt, wo Rotkehlchen, Waschbären und Zitronenfalter sich erstaunlich nah an uns herantrauen… |
![]() | Hat sich beim Schreiben eine Figur oder die Geschichte überraschend anders entwickelt?Das passiert mir ständig. Meistens ist das ganz lustig. Beim Frühlingsbuch gab es allerdings eine Wendung, die mich traurig gemacht hat … und die auch zeigt, wie ignorant wir manchmal sein können. Da geht es um Yara, die entdeckt, dass es in der Tierwelt ganz normal ist, zwei Zuhause zu haben … und sich frei zwischen ihnen hin und her zu bewegen.
Ich hatte die Szene so angelegt, dass Yara sich tierisch freut, als sie feststellt: Das gleiche Hausrotschwänzchen, dass auf unserem Balkon in Bremen geboren wurde, verbringt den Winter vielleicht bei meiner Tante in Syrien. Ein syrischer Freund wies mich dann darauf hin, dass diese Erkenntnis Yara vielleicht eher traurig als froh macht. Weil sie sich als Geflüchtete eben nicht frei bewegen darf und Besuche im Heimatland verboten sind.
Das war mir gar nicht so klar … und hat mich ziemlich traurig gemacht. Zum Glück hat Yara in der Geschichte einen Freund gefunden, der mit ihrer Trauer umgehen kann und sie tröstet. Ich finde das wichtig in Kinderbüchern: Das wir dunkle Dinge nicht ausklammern, sondern zeigen, wie man mit ihnen umgehen kann. |
![]() | Gibt es eine Figur oder ein Naturwunder in deinem Buch, das dir besonders ans Herz gewachsen ist? Und erzählst du uns, warum?Ich mag es sehr, wie die stille, schüchterne Tove herausfindet, wie still und schüchtern sich Buchenblätter im Frühling öffnen. Erst stecken sie fest eingeschlossen und dicht zusammengekuschelt in den Knospen, dann ploppen sie plötzlich auf, zeigen ihr frisches, feines Grün, falten sich ganz langsam auseinander und werden immer größer und stärker. Genau wie Tove.
|
![]() | Wer war dein erster Testleser oder Testleserinn? Und mit welcher Reaktion?Meine eigenen Kinder. Die haben auch jede Menge Ideen eingebracht und ich freue mich täglich einen Keks, wenn ich erlebe, wie viel Fantasie und Naturverbindung die beiden entwickelt haben. Jeden Morgen wird bei uns der Walnussbaum vorm Fenster und der Nikolausbach auf dem Schulweg begrüßt und inzwischen wissen die Jungs viele Dinge über die Natur, die mir selbst neu sind. |
![]() | Wenn Kinder dein Buch zuklappen … Welche Gedanken, Träume oder Gefühle sollen im Idealfall noch eine Weile nachklingen?Am meisten freue ich mich, wenn sie danach die Tür aufklappen und raus flitzen. Die Wunder und Abenteuer, über die ich schreibe, gibt es ja alle wirklich – und zwar direkt vor ihrer Haustür. Ich hoffe, meine Geschichten helfen zu erkennen, was für Schätze da draußen warten! |
![]() | Du bist sehr aktiv, komponierst nebenbei eigene Lieder. Dürfen wir uns auf weitere Kinderbücher von dir freuen?Ja, unbedingt! Gerade schreibe ich an einem über Bäume … und wie sie für Kinder zum Spielparadies, Zufluchtsort und Freund werden können. Das ist ein Riesenspaß. Kinder und Natur machen einfach glücklich. |

Meine Lese-Empfehlung
Fazit: „Augen auf, der Frühling kommt!“ ist nicht nur eine Sammlung von Frühlingsgeschichten. Die Verbindung aus Erzählung, Naturwissen, Mitmachideen und Gedichten macht das Buch abwechslungsreich und lebendig. Dabei wird Wissen nicht belehrend vermittelt, sondern spielerisch in die Handlung eingebunden. Kinder werden ermutigt, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen und den Frühling mit allen Sinnen zu entdecken.
Besonders schön ist die Botschaft, dass Naturbeobachtungen überall möglich sind und oft direkt vor der eigenen Haustür beginnen. Verbunden mit der Einladung, direkt nach dem Lesen nach draußen zu gehen.
Das Buch erinnert daran, dass Naturerlebnisse nicht spektakulär sein müssen. Der Frühling zeigt sich nicht nur auf blühenden Wiesen oder im Wald, sondern auch auf dem Schulweg, im Stadtpark oder beim Blick aus dem Fenster im sechsten Stock. Gerade diese Botschaft macht das Buch sympathisch und alltagsnah.

Und jetzt sag du mal:
Wann hast du das letzte Mal Löwenzahn-Pizza gegessen?
Augen auf, der Frühling kommt!
Verlag: Fischer Sauerländer, Februar 2025
Autorin: Doro Ahlemeyer
Illustration: Greta Wagener
Genre: Kinderbuch
Lesealter: ab 5 Jahre
Seitenzahl: 112 Seiten, 1. Auflage
Preis: 14,00 €
Bestellnummer: 978-3-7373-7421-7
Unterstützt eure Buchhandlung um die Ecke oder mich, mit dieser Online-Bestellung [Werbung]








